Gemeinde St. Stefan, Teil der Ruine Kaisersberg, Copyright by Schlager Ronald
Gemeinde St. Stefan, Teil  der Ruine Kaisersberg Copyright by Schlager Ronald

Geschichte

Seine Entstehung hat der Ort einer Brücke über die Mur (genannt "Brücke zum Hl. Stefan") zu verdanken. Diese war der einzige Übergang zwischen Knittelfeld und Leoben. Um 860 n. Chr. werden in Schenkungsurkunden Gehöfte im heutigen Gemeindegebiet genannt und 927 finden wir die Ortsbezeichnung "Lobminichamundi" = Lobmingmündung. 1105 wird eine Kapelle vom Grafen Waldo v. Rein errichtet und 1155 kommt der Name "Goggendorf iuxta pontem Sancti Stephani" = Dorf des Gogo (Name eines bayrischen Grundherrn) bei der "Stephansbrücke" vor. Der Name ST. STEFAN hält sich auch in der Zeit der slawischen Besiedelung "St. Stephanus Chrowat (Chrowat noch im Namen des Nachbarortes KRAUBATH erhalten). Um 1240 wird mit dem Burgbau in "Chaysersperch" unter dem Lehensherrn des Staufenkaisers Friedrich begonnen. Bergbaumäßig finden wir 1581 ein Alaunwerk "ob Kaisersberg", 1629 der Beginn des Kupfererzabbaues in Lobming und 1755 den Beginn des Grafitbergbaues in Kaisersberg (Grafit wurde damals "Wasserblei" genannt). 


1776 wird eine Schule im Ort gegründet und 1787 erhält die Pfarrkriche ihre heutige Gestalt. Bis 1793 war die Burg besiedelt, dann begann der Burgherr Graf Breuner, sie abzutragen. Gleichzeitig wurde am Fuße des Burgberges das Neuschloss errichtet. Im Jahre 1809 wird die Burg in den Franzosenkriegen (Schlacht bei St. Michael, dem Nachbarort) gänzlich zerstört. Seine größte Bergbaubedeutung erhält der Ort durch Toneisenfunde am Lichtensteinerberg und dem dazugehörigen Schmelzwerk in der Vorlobming. Hier hat auch Josef RESSEL, der Erfinder der Schiffsschraube 1828 den Röhrenkessel für sein Versuchsschiff "Civetta" bauen lassen. Dieser Kessel brachte durch das Schmelzen eines Kupferrohres bei der Probefahrt Ressels Schiffsschraube in Mißkredit und diese bedeutende Erfindung wurde in Österreich zur Seite gelegt. 1848 wird St. Stefan eine selbständige Gemeinde mit heutigen Gemeindegrenzen und erhält 1860 Anschluss an die Südbahn. 1862 kauft Baron Mayr-Melnhof den Grafitbergbau, das Eisenwerk Lobming und den Chromerz-bergbau in Chromwerk. Er baut den Grafitbergbau aus, schließt aber die Betriebe in Lobming und Chromwerk. Später wird im Chromwerkgraben noch einmal mit Bergbau begonnen. Man findet Magnesit, baut diesen aber nur kurzzeitig ab.


1886 wird das damalige Schulhaus adaptiert und 1904 erhält Lobming eine eigene Schule, welche erst im Jahre 1969 aufgelöst wurde. Aus der neuesten Geschicht, die zwar auch sehr reichhaltig ist, soll der Ausbau der Triester-Bundesstraße 1934 erwähnt werden. In den Jahren 1938-1939 wurde dann eine direkte Straßenverbindung von der Bundesstraße nach St. Stefan durch den Neubau der Murbrücke geschaffen. Diese wurde durch ein Hochwasser zerstört und im darauffolgenden Jahr nochmals neu errichtet. Im 2. Weltkrieg blieb der Ort von Schäden verschont. Nach dem Krieg waren Russen und Engländer kurz als Besatzer im Ort. Seit 1945 wird hier ununterbrochen durch Zusammenarbeit aller, Aufbauarbeit geleistet. 1967 wurde nach 99Jährigem Bestand die ÖBB-Haltestelle in Preßnitz aufgelassen.


Die neue Umfahrungsstraße über die Eisenbahn wurde 1970 gebaut. 1975 wurde das neue Amtsgebäude am Dorfplatz eröffnet und 1976 die neue Volksschule. In den Jahren 1978/79 wurde der Pfarrhof umgestaltet und im Jahre 1987 die Renovierung der Pfarrkirche und der Außenanlage abgeschlossen. Mit 1. Jänner 1981 wurde der Ortsteill GREITH in das Gemeindegebiet eingegliedert. Das Kanalnetz der Ortschaften Preßnitz und Kaisersberg wurde in den Jahren 1985 bis 1987 neu angelegt und im Juni 1988 wurde der Straßenknoten der S 36 dem Verkehr übergeben.


Am 12. Juni 1992 wurde die neue Murbrücke eröffnet und mit 1. Oktober 1992 der Gendarmerieposten geschlossen. Am 23. Mai 1992 wurde das neue Rüsthaus der FF St. Stefan eingeweiht, am 22. November 1995 wurde der neu gestaltete Kindergarten in Betrieb genommen und am 15. September 1996 wurde das Musikheim übergeben. Im Zuge der Umgestaltung der Streckenführung wurde in Preßnitz und Kaisersberg die Schrankenanlagen der Bahn abgetragen und durch die ÖBB Straßenunterführungen nach Preßnitz und in den Windischbachgraben gebaut. Die Eröffnung fand am 24. Juli 1998 statt. Das Rüsthaus der FF Kaisersberg wurde vergrößert und modernisiert und im August 1999 durch Pfarrer Machata feierlich eingeweiht.


Die Gemeinde ist ein Pfarrverband (mit Kraubath an der Mur, St.Michael in Obersteiermark und Traboch) mit der Filialkirche LOBMING. Die Raiffeisenkasse ist im Ort tätig. Für den Freizeitbereich bieten der Sport- und Tennisverein sowie zahlreiche Interessensvereine ihre Dienste an. Auch eine Disco kann zu den Wochenenden besucht werden.


Die Gemeindevertretung, an deren Spitze seit 1945 ein sozialdemokratischer Bürgermeister steht, besteht aus 15 Gemeinderäten. Die Fraktionsverteilung seit der Gemeinderatswahl 2010 ist: SPÖ 8, ÖVP 5, FPÖ 1 und KPÖ 1

Sehenswürdigkeiten: Barocke Pfarrkirche, Filialkirche Lobming (gotisch mit gotischer Tafelkrippe), Ruine und Schloss Kaisersberg, Kreuze und Standbilder aus dem alten Gusswerk. 

Ruine Kaisersberg
Pfarrkirche St.Stefan
Gipfelkreuz Lärchkogel
Marterl Weiglmoar

Im Jahre 1971 hat die Gemeinde von der Stmk. Landesregierung ein Gemeindewappen erhalten. Es enthält  auf blauem Grund eine silberne Burg (Kaisersberg), die auf einem silbernen Dreiberg mt Mundloch steht ( 3 Bergbaugebiete - Chromwerk, Kaisersberg, Lobming). Im unteren Teil des Wappenschildes befindet sich die goldene Schiffschraube.
 

  • Einwohner:  1.914 (Stand März 2017)
  • Fläche: 7.871 ha
  • Seehöhe: 583 m
  • Postleitzahl: 8713

Das Gemeindegebiet besteht aus Fünf Katastralgemeinden und neun Ortsteilen:

Katastralgemeinden: Kaisersberg, Lichtensteinerberg, Lobming, Niederdorf und St. Stefan

Ortsteile: Chromwerk, Greith, Kaisersberg, Lichtensteinerberg, Lobming, Niederdorf, Preßnitz, St.Stefan und Zmöllach

  • Schriftgrösse:
  • A
  • A
  • A